Samstag, 8. August 2015

Studiendirektor a. D. Heinz Mittag im September 2010 verstorben

Im September 2010 verstarb mit 85 Jahren in seiner Heimatstadt Cuxhaven der frühere Mathe-und Physiklehrer Heinz Mittag. Hierhin war er nach langer Tätigkeit an der PGS in den 50er und 60 er Jahren übergewechselt und wurde dort stellvertretender Schulleiter. Viele werden ihn noch in seinem weißen Kittel im Unterricht oder der Pausenaufsicht vor ihrem geistigen Augen haben. Manch einer wurde von ihm zum systematischen Lernen herangeführt; viele haben von ihm profiert, etliche jedoch ihn auch gefürchtet. Bekannt war er dabei für seine knappen Inhaltsabfragen der voran gegangenen Stunde. Auf den letzten Ehemaligentreffen in Dassel – so auch 2009 – war er treuer Gast, dessen wacher Geist trotz des fortgeschrittenen Alters beeindruckte.

Heinz Mittag 12.08.2010     (12.8.1925 -1.9.2010)
"Dankbarer Rückblick auf 85 Lebensjahre" von Heinz Mittag
"Am 12. August 1925 wurde ich in Reichenbach am Eulengebirge in Schlesien geboren.   Von 1955 bis 1971  war ich dann wieder Lehrer an einer Heimschule, nun in der Trägerschaft der evangelischen Landeskirche, der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel.
Von 1971-1973 pendelte ich anschließend zum Gymnasium nach Einbeck. Ab 1973 war ich dann Studiendirektor in Cuxhaven am Lichtenberg Gymnasium.
Von Ende 1956 bis September 1957 hatte meine Frau in Dassel meinen Mathematik-unterricht übernommen gehabt, als ich zwischenzeitlich als Referendar in Hannover eingesetzt war. Später unterrichtete sie wieder ab 1967 für 21 Jahre am Cuxhavener Gymnasium. Allerdings wurde schon 10 Jahre vor ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst eine Parkinson-Erkrankung festgestellt, deren Fortschreiten sie mit großer Energie und Erfolg 25 Jahre lang zu verlangsamen suchte, bis sie 2003 verstarb.
Unser eigenes Haus bezogen wir 1977 in Cuxhaven, wo wir dann als erstes Fest unsere Silberhochzeit gegangen, 2002 folgte die Goldene Hochzeit. 1983 heiratete Christian in Garching. Die beiden bekamen eine Tochter, eingerahmt von zwei Söhnen. In gleicher  Weise folgte in Cuxhaven 1986 Joachim. Seit dem 4. Juli dieses Jahres bin ich schließlich Urgroßvater.
So kann ich heute am 12. August 2010 dankbar auf gnädig geschenkte 85 Lebensjahre zurückschauen."
Anmerkung: Zwei Wochen später ist Heinz Mittag am 1. September 2010 verstorben.Ich kam in einem Gymnasium zur Welt, denn mein Vater besaß als dortiger Direktor eine Dienstwohnung. Das sollte aber in keiner Weise meine spätere Berufswahl bestimmen.       Im Gegenteil: als mein Vater 1937 in Liegnitz seines Amtes als Direktor enthoben und nach Breslau versetzt wurde, sagte er zu uns Kindern: "Seht Euch Euren Vater an; werdet bloß nicht Lehrer!" Mein 7 Jahre älteter Bruder fiel 1942 in Rußland, meine Schwester - 5 Jahre älter als ich - hatte das Apotheker-Vorexamen, als sie aus gesundheitlichen Gründen den angestrebten Beruf aufgeben musste und dann Lehrerin wurde. Ich wollte an sich Marine-Offizier werden und hatte es zum Kriegsende bis zum "Oberfähnrich zur See" gebracht. Nach dem Krieg habe ich dann mein Abitur in Lübeck nachgeholt unf bin danach "schwarz über die grüne Grenze" zu meinen Eltern nach Perleburg in der damals sowjetisch besetzte Zone gegangen. Von 1946 bis 1950 habe ich in Halle/Saale MATHEMATIK und PHYSIK studiert und wurde als Ausweichberuf nun doch Lehrer. In Halle habe ich auch meine Frau kennengelernt. Sie stammte aus dem pommerschen Schneidemühl. 1952 heirateten wir in Zeitz, wo ihre Eltern inzwischen wohnten. Dort wurde auch 1954 unsere Tochter Hannelore geboren, 1955 folgte Christian. Der Jüngste, Joachim, kam 1958 in Einbeck zur Welt.     Von 1951-55 war ich zunächst Lehrer an einer Heimschule in Roßleben an der Unstrut (mit einer 400-jährigen Schultradition)  und siedelte dann mit meiner Frau 1955 in den Westen über. Meine Frau hatter nach dem 2. Kind ihren Schuldienst aufgegeben. Der Wechsel in den Westen vollzug sich so, dass meine Frau mit einem Interzonenpaß, zwei Kindern und zwei Koffern zu den dortigen Großmüttern reiste, um vordergründig die Kinder vorzustellen; ich flog derweil von Berlin problemlos in den Westen nach nach Hannover.

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